đ«Meine Geschichte mit einem Generationstraumata und warum Heilung ein tĂ€glicher Akt der Selbstliebe ist
- 22. Apr. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Jan.
Ich bin mit GefĂŒhlen groĂ geworden, die ich nicht einordnen konnte.
Mit einer Scham, die nicht meine war.
Mit einer Angst, die Àlter war als ich.
Mit einem Schweigen, das in jeder Wand steckte.
Erst viel spÀter habe ich verstanden:
Das war nicht nur mein Schmerz.
Es war das Trauma, das an mich weitergegeben wurde.
Unausgesprochen. Ungesehen. Aber mÀchtig.
Physische Gewalt, psychischer Missbrauch, das Verschweigen, das Wegsehen, Ăbergriffigkeiten â all das war Teil meiner Geschichte, bevor ich sie ĂŒberhaupt schreiben konnte.
Ich bin die Erste, die hinschaut.
Die nicht mehr schweigt.
Die gesagt hat: Das hört jetzt auf.
Essstörung, Panikattacken, Depressionen, nicht zu wissen, wer man eigentlich ist, toxische Beziehungen, mangelnder Selbstwert usw. - all das waren Auswirkungen meiner Kindheit.
Aber ich habe mich nicht darin verloren. Ich habe frĂŒh begonnen hinzuschauen. Mich nicht mehr zu betĂ€uben, nicht mehr zu funktionieren, nicht mehr bei mir alle Schuld zu suchen. Ich habe spĂ€ter gelernt, meine Geschichte zu integrieren.
Resilienz bedeutet fĂŒr mich nicht, unverwundbar zu sein. Sie bedeutet, in Krisen beweglich zu bleiben und nicht zu erstarren, und nach Krisen wieder aufzustehen.
Diese innere Haltung, die mir mein ganzes Leben geholfen hat, weiterzugehen, weiterzuleben, dieses Vertrauen in den eigenen Weg, ist heute Kern meiner Arbeit, meines Coachings von I am Womanđ©·.
đłïžWie du die unsichtbaren Wunden deiner Familie erkennst
Hast du manchmal das GefĂŒhl, dass du eine Last trĂ€gst, die gar nicht wirklich deine eigene ist?
Vielleicht spĂŒrst du Ăngste, Blockaden oder wiederholst Verhaltensmuster, die sich schwer erklĂ€ren lassen. Oft liegt die Wurzel solcher GefĂŒhle in etwas Tieferem â in unverarbeiteten Traumata, die ĂŒber Generationen hinweg weitergegeben wurden.
Dieses PhÀnomen nennt sich Generationstrauma. Und es zu erkennen, ist der erste Schritt, um es zu heilen.
â Was ist ein Generationstrauma?
Ein Generationstrauma entsteht, wenn schwere Erfahrungen wie Krieg, Gewalt, Flucht, Missbrauch, Verlust und/oder emotionale VernachlĂ€ssigung von einer Generation auf die nĂ€chste ĂŒbertragen werden â hĂ€ufig unbewusst. Kinder und Enkelkinder tragen dann GefĂŒhle oder Verhaltensweisen in sich, die ursprĂŒnglich aus den ungelösten Geschichten ihrer Familie stammen.
Oft zeigt sich Generationstrauma in:
unerklĂ€rlichen Ăngsten oder SchuldgefĂŒhlen,
ĂŒbertriebener Anpassung oder Rebellion,
dem GefĂŒhl, nie âgenugâ zu sein,
Bindungs- und Beziehungsproblemen,
einem tiefen, unerklÀrlichen Schmerz oder einer Leere.
đ±Wie kannst du Generationstrauma bei dir finden?
1. Achte auf wiederkehrende Muster.
Gibt es Verhaltensweisen oder GefĂŒhle, die sich durch dein Leben ziehen â obwohl sie nicht zu deinen bewussten Erfahrungen passen?
Zum Beispiel tiefe VerlustĂ€ngste, obwohl du eine âsichereâ Kindheit hattest?
2. Schau in die Familiengeschichte.
Was weiĂt du ĂŒber das Leben deiner Eltern, GroĂeltern, UrgroĂeltern? Gab es Kriege, Flucht, Hunger, Gewalt oder starke Verluste?
Oft wird in Familien wenig darĂŒber gesprochen â aber Schweigen ist selbst ein Zeichen.
3. Achte auf LoyalitÀten.
Manchmal ĂŒbernehmen wir unbewusst die unerfĂŒllten WĂŒnsche oder das Leid unserer Vorfahren, um âdazu zu gehörenâ.
Zum Beispiel: âWenn meine Mutter immer traurig war, darf ich auch nicht glĂŒcklich sein.â
4. Erkenne GefĂŒhle, die nicht zu dir gehören.
Wenn du GefĂŒhle in dir trĂ€gst, die wie ein Fremdkörper wirken â etwa eine tiefe Trauer oder Wut ohne aktuellen Anlass â könnten sie aus einer anderen Generation stammen.
đžWarum ist es so schwer, Generationstrauma zu erkennen?
Generationstrauma ist oft unsichtbar. Es zeigt sich nicht immer in dramatischen Erlebnissen, sondern im Alltag: in Ăngsten, Blockaden, in einer inneren Schwere. Weil wir die GefĂŒhle âvon klein aufâ kennen, halten wir sie fĂŒr normal â obwohl sie es nicht sind.
đŹWas passiert, wenn du Generationstrauma findest?
Das Erkennen allein kann schon erleichtern.
Du verstehst plötzlich, dass du nicht âschuldâ bist an allem, was schwer ist.
Du darfst MitgefĂŒhl fĂŒr dich selbst entwickeln und neue Wege gehen.
Manchmal ist es wichtig, sich beim Aufdecken und Verarbeiten UnterstĂŒtzung zu holen: durch Coaching, Therapie, Ahnenarbeit oder systemische Aufstellungen.
đžMehr Freiheit durch Heilung?
Und nein â Heilung ist kein Ziel.
Es ist ein tÀglicher Prozess.
Ein stÀndiges Erinnern und Neuschreiben.
Ein mutiges Stehenbleiben, wo frĂŒher alle weggeschaut haben.
Ich habe mich durch tiefe TĂ€ler gekĂ€mpft seit ich klein war â durch Essstörungen, Depressionen, Panikattacken, toxische Beziehungen.
Aber ich lebe.
Und ich lerne. Jeden Tag.
Denn das Leben ist ein einziger Lernprozess â
sonst wÀren wir wahrscheinlich tot. ;-)
Ich mache diesen Weg nicht nur fĂŒr mich.
Ich mache ihn auch fĂŒr meine Kinder.
Damit sie frei sein können.
Damit sie wissen: Es ist möglich, sich selbst zu lieben.
Auch mit einer Geschichte, die schwer ist.
Auch mit einer Herkunft, die voller Schatten war.
Und ja â auch ich werde ihnen einen kleinen Teil weitergeben.
Weil ich nicht perfekt bin.
Weil Heilung nicht bedeutet, alles aufzulösen.
Aber ich gebe ihnen nicht mehr das, was ich selbst bekommen habe.
Sondern etwas Echtes.
Bewusstes.
Menschliches.
Ich gebe ihnen mein Ringen. Meine Fragen. Mein Mut.
Und die Freiheit, ihre eigene Geschichte zu schreiben.
Fazit:
Generationstrauma zu erkennen ist der erste Schritt.
Es zu durchbrechen â der mutigste.
Und es weiterzugeben â als Kraft statt als Last â das gröĂte Geschenk, das wir machen können.
Auch wenn ein kleiner Teil bleibt.
Denn auch das ist Leben. Echt. Und heilig.






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