🌱Kindertag – und eine Gesellschaft, die ihre Kinder vergisst
- 1. Juni 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Dez. 2025
Heute ist Kindertag. Ein Tag, der daran erinnern soll, wie wichtig Kinder sind. Wie wertvoll ihr Lachen, ihre Neugier, ihr Staunen ist.
Und doch sehe ich an Tagen wie diesen – und eigentlich jeden Tag – etwas anderes:
Restaurants, die „kinderfrei“ sein wollen.
Hotels, die „Adults Only“ sind – in denen ich sogar Schwangere sehe.
Und ich frage mich: Warum will ich ein Kind, wenn ich Kinder nicht mag? Ist der innere und äußere Druck zu groß?
Warum leben wir in einer Gesellschaft, die ihre Kinder nicht mehr aushält? Auch nicht am Kindertag?
Warum müssen Kinder leise sein, angepasst, unsichtbar?
Warum muss das Leben so kontrolliert, so glatt und so perfekt wirken?
Ich sehe so viele Eltern, die selbst traumatisiert sind.
Die ihre eigene Kindheit nie wirklich aufarbeiten konnten.
Die in Systemen aufgewachsen sind, die sie gebrochen haben – in Familien, in Institutionen, in Diktaturen.
Gerade hier, in den neuen Bundesländern, wird so wenig darüber gesprochen, was die DDR mit den Menschen gemacht hat.
Wie sehr sie Kindern das Vertrauen genommen hat.
Wie sie Eltern klein gemacht hat.
Und wie dieses Schweigen bis heute weiterwirkt.
Wir leben in einer Gesellschaft, die ihre Wunden nicht heilen will – und deshalb auch nicht weiß, wie man Kinder heilt.
Wir schicken sie weg, verbannen sie aus Restaurants und Hotels.
Wir halten sie klein, weil wir selbst nicht gelernt haben, groß zu sein.
Wir helfen ihnen nicht, sondern sitzen daneben – so lange, bis sie leise werden oder sich selbst verlieren.
Aber ich glaube: Kinder, ob groß, ob klein, sind nicht das Problem. Sie sind die Antwort!
Sie zeigen uns, wo Leben laut und echt ist.
Wo Chaos, Wut, Freude und Liebe noch ungezähmt sein dürfen.
Sie zeigen uns, dass es nicht darum geht, perfekt zu funktionieren – sondern lebendig zu sein.
✨Heute, am Kindertag, wünsche ich mir:
Dass wir den Mut haben, unsere eigenen Verletzungen anzuschauen.
Dass wir nicht nur für unsere Kinder Verantwortung übernehmen – sondern auch für uns selbst.
Dass wir nicht mehr weggucken, wenn Kinder unbequem sind – weil das Leben unbequem ist.
Und dass wir aufhören, das Leise und Glatte zu glorifizieren – und stattdessen das Bunte, das Wilde, das Echte feiern - nämlich das Leben.
Denn Kinder sind nicht der Lärm in dieser Welt.
Kinder sind der Beweis, dass das Leben weitergeht.
Und dass wir alle – immer wieder – neu lernen dürfen, lebendig zu sein.
🩷Als Mutter und Coachin weiß ich: Erwachsene müssen lernen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen – und die Grenzen der Kinder zu respektieren.
Kinder sind keine Objekte, die wir formen dürfen, wie wir es wollen. Sie sind Menschen, mit eigenen Persönlichkeiten.
Und sie verdienen es, in Würde und Respekt aufzuwachsen – ohne Angst, ohne Übergriffe, ohne Gewalt.
🛑Deshalb sage ich klar: Ein absolutes Stopp.
Für alle Formen von Grenzüberschreitungen, für alle Arten von Übergriffigkeit – gegenüber Kindern und gegenüber ihren Müttern.
Denn Bindung und Beziehung dürfen niemals mit Kontrolle verwechselt werden.
Echte Beziehung heißt: Vertrauen, Augenhöhe, Würde.
Das ist meine Haltung – als Mutter, als Coachin, als Mensch.
💫Und ich weiß auch:
Es ist noch ein langer Weg, bis wir all das aufarbeiten, was in unseren Familien und unserer Gesellschaft über Generationen hinweg verletzt wurde.
Aber dieser Weg beginnt immer mit einem ersten Schritt – mit dem Mut, hinzusehen.
Für unsere Kinder. Und für uns selbst.






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